Oradour und die Deutschen

Geschichtsrevisionismus, strafrechtliche Verfolgung, Entschädigungszahlungen und Versöhnungsgesten ab 1949

Wie ging man in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Erbe des Massakers in Oradour um? Das Dorf, das Soldaten der Waffen-SS 1944 zerstörten und in dem sie 643 Menschen töteten, wurde in Frankreich das Symbol für das Leiden unter der deutschen Besatzung. Andrea Erkenbrecher untersucht, wie sich Politik, Justiz und Zivilgesellschaft in West-, Ost- und wiedervereinigtem Deutschland zu dem Verbrechen verhielten. Sie fragt nach der strafrechtlichen Verfolgung der Täter, Entschädigungszahlungen, der Rolle des deutschen Oradour-Revisionismus sowie den Möglichkeiten und Grenzen auf der Suche nach Versöhnung. Im Blick bleiben dabei stets die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte, die innerfranzösische Situation und nicht zuletzt die Erwartungen der Überlebenden und Hinterbliebenen des Massakers.

Auszeichnungen

Platz acht der wichtigsten politischen Bücher 2023
(Redaktion „Das Politische Buch“ der Süddeutschen Zeitung)

rezensionen

Hans Holzhaider, SZ

„Mutmaßlich gibt es derzeit niemanden, der mehr über Oradour weiß als Andrea Erkenbrecher. Ihr Buch ist das neue Standardwerk zum Thema Oradour. Jede öffentliche Bücherei, die etwas auf sich hält, muss es in ihren Regalen haben.“

Prof. Dr. Frank Bösch, FAZ

„Andrea Erkenbrecher hat mit ihrem Buch eine fundiert recherchierte Studie vorgelegt, die zahlreiche wichtige Erkenntnisse zum deutschen Umgang mit NS-Verbrechen beschert.“

apl. Prof. Dr. Annette Weinke, HZ

„Andrea Erkenbrechers Untersuchung zur Nachkriegsgeschichte des „Märtyrerdorfes“ Oradour setzt vor diesem Hintergrund gleich in mehrfacher Hinsicht neue Maßstäbe“